Was kostet TGA
Thomas Schäfer - TGAMAX - Letzte Aktualisierung 28.08.2025
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Um sagen zu können was kostet TGA, wird eine bessere Vergleichbarkeit gebraucht. Dazu kann man Unterschiede bei den Planungskosten betrachten. Die Kosten der Projektierung von Versorgungstechnik können je nach Größe und Umfang des Projektes variieren. Für umfassende TGA Pläne können sich Mindestkosten bei Ein- und Mehrfamilienhäusern zwischen 3.000 und 10.000 Euro ergeben.
Ein TGA-Plan kann nur so gut sein wie die Ausführung des Bauvorhabens. Deshalb solltest du unbedingt auf die Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachleuten setzen. Nur so kann sichergestellt werden, dass dein Haus, deine Wohnung oder deine Gebäudetechnik genau den Ansprüchen entspricht, die du beauftragt hast.
Als Auftraggeber gilt es zu bedenken, dass hinter einer echten TGA Planung entsprechende Qualifikationen stehen. Deshalb kann es gar keine Ausarbeitung ohne Kosten geben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese fixen Kosten im Angebot der Materialpreise verborgen sind. Daher ist es auch wichtig zu erfahren, welchen Hintergrund die Person hat. Um nicht das Risiko einzugehen, am Ende mit einer Planung "von der Stange" oder ohne dazustehen.
Was ist also damit gemeint: Was kostet TGA?
Oftmals werden die Kosten umfänglicher ingenieurtechnischer TGA-Planleistungen nach HOAI mit einfachen Standard-Ausführungsangeboten oder fertigen Materiallisten verglichen – ein gravierender Denkfehler, der nicht nur die Entscheidungsgrundlage verzerrt, sondern langfristig zu teuren Fehlentwicklungen im Bauprojekt führen kann.
Denn was auf den ersten Blick vergleichbar scheint – „Da kostet die Planung XY aber fast das Dreifache!“ – beruht in Wahrheit auf grundverschiedenen Leistungsinhalten. Eine ingenieurtechnische Planung nach HOAI liefert mehr als nur schematische Leitungsverläufe oder Listen für Heizkörper und Lüftungssysteme. Sie beinhaltet das systematische Entwickeln maßgeschneiderter technischer Konzepte, die Optimierung von Energieverbrauch und Betriebskosten, die Prüfung der Genehmigungsfähigkeit, Abstimmung mit anderen Gewerken, sowie das Risikomanagement über sämtliche Leistungsphasen hinweg.
Stelle dir dazu folgenden Vergleich vor: Ein Bauherr erhält ein „günstiges“ Angebot für die technische Ausrüstung seines Mehrfamilienhauses – eine pauschale Paketlösung für Heizung, Lüftung und Sanitär, inklusive Material. Parallel legt ihm ein TGA-Ingenieurbüro ein detailliertes Angebot vor, angepasst an Lage, Nutzungskonzept, Energieanforderung und Bebauung.
Das erste wirkt verlockend günstig. Doch es basiert auf Annahmen, nicht auf Analyse. Beim zweiten wird jede Komponente in Abhängigkeit zum Gebäude als System gedacht – das ist zwar kostenintensiver in der Entstehung, amortisiert sich jedoch durch Betriebssicherheit, Energieeffizienz, Förderfähigkeit und baurechtliche Sicherheit.
Was ist dir lieber – ein scheinbar preiswerter Baukasten oder die Gewährleistung, dass deine Immobilie über Jahrzehnte hin wirtschaftlich betrieben, gesetzlich konform erstellt und flexibel nutzbar bleibt? Klingt banal, doch diese Frage entscheidet oft über Millionenwerte im Lebenszyklus eines Gebäudes. Die Kosten der Planung sind kein Zusatz – sie sind ein strategischer Hebel.
Zudem wird häufig übersehen, dass der Preis für reine Planleistung stark von der Qualität der Ausführung abhängt. Eine hochwertige Planung bringt präzise Ausschreibungen, reduziert Nachträge und verhindert teure Bauverzögerungen. In der Praxis zeigen sich die Auswirkungen spätestens dann, wenn zwischen Planung und Realität plötzlich technische Lücken klaffen. So fällt etwa bei einem zweigeschossigen Bürokomplex mit hoher Nutzungsdichte auf: Die Billiglösung hatte zentrale Lüftungsanlagen unterdimensioniert geplant – mit dem Ergebnis: Mieterbeschwerden, teure Nachrüstungen und erhöhte allgemeinen Betriebskosten, die für den Betrieb notwendig sind (kurz Energie-Overheads).
Kurzum: Wer fundierte HOAI-Planleistungen mit vereinfachten Schnellangeboten vergleicht, stellt keinen Preisvergleich an – sondern einen Trugschluss. Ein professioneller Vergleich muss den Inhalt der Leistung, die Tiefe der Analyse, die Verantwortung für spätere Betriebsphase und die juristische Absicherung gleichermaßen berücksichtigen. Nur dann wird aus einem Preis ein Wert – und aus einer Investition ein nachhaltiger Vermögenszuwachs.
Vielleicht fragst du dich auch, wieso so viele unterschiedliche Berufsbezeichnungen bei TGA existieren?
Ganz einfach! In Deutschland gibt es "keine gesetzliche Regelung" für diese Tätigkeit. Deshalb ist es nicht ganz leicht durch alle Bezeichnungen durchzusteigen. Dir begegnen Bezeichnungen wie Consulting, Energiemanager, Systemplaner, Badplaner usw., die Liste liesse sich noch beliebig weiterführen. So kann man sich auch oft große Abweichungen bzw. Preisspannen mit unterschiedlichen oder sogar fehlenden Berufsabschlüssen erklären.
Ein anderes Beispiel:
Es gibt Architekten, aber auch Innenarchitekten im Bereich z.B. Raumgestaltung.
Daher vereinfacht gesagt, kann jeder seinen Beruf frei nach Belieben ausüben, solange keine Titel verwendet werden, mit denen jemand nicht berechtigt ist (z.B. Diplom-Architekt oder Dipl.-Ingenieur).
Um sicherer zu gehen, anstatt nach "Berufen frei nach Belieben", schaue nach genauen Berufsbezeichnungen der Anbieter, d.h. besser mit Abschluss für den genannten Bereich wie z.B. Dipl. Ing. FH Versorgungstechnik, wenn du auf der Suche nach einem Projektierer bist.
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